Die Schweiz erhält umstrittene israelische Aufklärungsdrohnen

Schlussstein / Georgios Kevalas

Die ersten beiden Überwachungsflugzeuge vom Typ Hermes 900 HFE sind in der Schweiz eingetroffen und werden voraussichtlich Mitte 2022 einsatzbereit sein.

Dieser Inhalt wurde am 29. April 2022 – 12:58 veröffentlicht

Keystone-SDA / ac

Am Freitag gab das Bundeswaffenamt die Auslieferung bekannt.

Die Drohnen sowie die beiden Bodenkontrollstationen wurden aus Israel verschifft. Mehrere Wartungsmaterialien und Unterbaugruppen wurden ebenfalls geliefert.

Die erste Drohne wurde bereits zusammengebaut und wird vor den ersten Flugtests Mitte Mai einer Funktionsprüfung unterzogen. Danach werden sie in der zweiten Jahreshälfte an die Luftwaffe übergeben. Bis Ende 2023 werden vier weitere Drohnen ausgeliefert.

Die Gesamtkosten der sechs Drohnen belaufen sich auf etwa 250 Millionen Schweizer Franken (damals etwa 256 Millionen US-Dollar) und sollen 20 Jahre im Einsatz sein.

Auge im Himmel

Im März haben erste Piloten der Schweizer Luftwaffe und der Armasuisse die Grundausbildung für das neue UAV-System in Israel erfolgreich abgeschlossen.

Das Hermes 900 HFE (auch als ADS 15 bekannt) ist ein unbemanntes, unbewaffnetes Aufklärungssystem. Die Drohne ist neun Meter lang und hat eine Flügelspannweite von 17 Metern. Das Drohnensystem ist tagsüber und nachts einsetzbar und kann Flugzeuge, Drohnen und andere Flugkörper erkennen. Die sechs Drohnen werden unter anderem zur Überwachung von Grenzen, zur Suche nach vermissten Personen in den Bergen oder zur Lagebeurteilung nach einer Naturkatastrophe eingesetzt.

Die Schweiz verfügt derzeit über keine Aufklärungsdrohnen mehr. Der Ranger ADS 95 wurde im November 2019 nach 20 Jahren Einsatz eingestellt. Die Grenzschützer setzen derzeit Hubschrauber ein.

Streit

Die Drohnen der israelischen Firma Elbit Systems sorgten schon vor ihrer Ankunft in der Schweiz für Kontroversen. Als das Parlament 2015 dem Kauf zustimmte, gab es Kritik am Kauf israelischer Militärtechnologie.

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Im Januar veröffentlichte ein Senatsausschuss einen Bericht, wonach der Kauf ein „erhebliches Risiko“ für die Schweiz darstelle. Das Projekt verzögerte sich um fast drei Jahre, hauptsächlich aufgrund eines Drohnenabsturzes während eines Testflugs im Jahr 2020. Das Unternehmen konnte das technische Problem seitdem beheben, ohne das Design der Drohne zu ändern.

In Übereinstimmung mit den JTI-Standards

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