So vererbt man Kryptowährung

Von NSZ Redaktion


Montag, 11. Dezember 2017 17:45

Erben kommen nur an das Vermögen, wenn man vorher einen Plan macht. Foto: pixabay


Wie kommen Erben an die Kryptowährung Bitcoin? Das erklärt die darauf spezialisierte Rechtsanwältin Pamela Morgan im Magazin Wired.

Erben kommen nur an das Vermögen, wenn man vorher einen Plan macht. Man muss nicht jede einzelne Münze auflisten, die man besitzt, aber es ist wichtig, einen Überblick zu schaffen, wo man Vermögen hat und wie Erben sich Zugang verschaffen können.

Man könnte auch Bekannte listen, die Bitcoin-Experten sind. Wie oft die Liste aktualisiert werden muss, hängt vom Einzelfall ab: Bei Investoren ändert sich das Port­folio seit dem Hype um ICOs schnell, deswegen sollten sie sich jedes Vierteljahr automatisch daran erinnern lassen.

Wer Software-Wallets für seine Kryptowährung nutzt, virtuelle Geldbörsen für Laptop, Handy oder Browser, muss ein Wallet-Backup machen – und regelmässig prüfen, ob es funktioniert. Mit dem Seed Word, einer algorithmisch generierten Wortfolge, können Erben (und jeder, der es kennt) die Geldbörse auf einem anderen Gerät wiederherstellen – etwa, wenn sie das Handy-Passwort des Verstorbenen nicht wissen oder sein Gerät verloren gegangen ist.

Auch bei Hardware-Wallets wie Trezor, einem PIN-geschützten USB-Stick, braucht man das Seed Word zur Wiederherstellung. Bei Paper Wallets steht der private Schlüssel auf dem Papier: Wer ihn kennt, besitzt das Geld. Vertraut man Bankschliessfächern, kann man Seeds, Passwörter oder Schlüssel dort lagern, in einem versiegelten Umschlag – denn Kameras gibt es überall. Da ich viel reise, habe ich einen eigenen Safe. Daten offline zu sichern, schützt vor Hackern.

Aber es ist auch wichtig, sie vor Feuer, Wasser und Diebstahl zu schützen. Manche teilen Seed-Wörter auf diverse Dokumente auf, lagern sie an mehreren Orten oder vertrauen sie mehreren Menschen an. Das Problem: Wenn einer ein Papier verliert, ist alles weg. Leuten, die sich nicht mit Bitcoin beschäftigen, ist der Wert oft nicht bewusst. Ich empfehle in jedem Fall, mehrere Backups zu machen: Doppelt gemoppelt hält besser.


112 Investoren horten 20 Prozent aller Bitcoins

Wie die Welt schreibt, betrifft das Phänomen Bitcoin nur eine Minderheit. Gerade einmal 112 Investoren hielten knapp 20 Prozent aller Bitcoin. Dabei beruft sich die Zeitung auf die Internetseite Bitinfo, die den Besitz der Kryptowährungen analysiert. Weltweit gibt es demnach rund 25 Millionen Bitcoin-Investoren, darunter zehn Milliardäre, die 66.000 oder mehr digitale Münzen besitzen. Die grosse Masse halte lediglich einen Bruchteil des Geldes. Diese Machtkonzentration werfe ein schlechtes Licht auf den Bitcoin. Denn diese könnten der Manipulation Tür und Tor öffnen.