Die Schweiz ist kein Steuerparadies, aber vielleicht ein „Steuerparadies“?

US-Präsident Joe Biden bezeichnete die Schweiz in seiner Rede zur Lage der Nation ähnlich wie Bermuda und die Kaimaninseln als Steueroase. Die Schweiz wurde in der Vergangenheit nie wirklich als Steueroase bezeichnet, ganz zu schweigen davon, dass die Schweiz 2019 ihre eigenen Unternehmenssteuersysteme abgeschafft hat und sich seitdem vollständig an die internationalen Steuerstandards hält.

Im Gegensatz zu den weltweit beobachteten Trends, insbesondere in der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten, hat die Schweiz ihre Steuergesetzgebung zwar an internationale Standards angepasst, aber ihre Integrität und Einfachheit bewahrt und zusätzliche Vorteile wie Forschungs- und Entwicklungsanreize hinzugefügt. Die Schweiz hat die Herausforderungen von COVID-19 mit relativ eingeschränkten Einschränkungen der Geschäftstätigkeit und der individuellen Freiheiten bewältigt.

Zudem hat die Schweizer Regierung mit einem Gesetzespaket reagiert, um künftig die Steuer- und Regulierungslast für Unternehmen zu reduzieren und Anreize für verschiedene Branchen zu setzen. Das Schweizer Parlament debattiert derzeit unter anderem über die Abschaffung der schweizerischen Verrechnungssteuer auf Obligationenzinsen und die Abschaffung der Wertschriftenübertragungssteuer zur Ankurbelung der Finanz- und Finanzwirtschaft der Schweiz.

Auf der katalytischen Seite wird noch die Einführung einer Tonnagesteuer auf die Schifffahrt diskutiert (es ist vielleicht nicht bekannt, dass die Schweiz, obwohl sie klein und Binnen ist, eine grosse Schifffahrt hat).

Als weiteres Beispiel wird der Kanton Zug, der bereits einen der niedrigsten Steuersätze unter den Schweizer Kantonen aufweist, den Steuersatz aufgrund von COVID-19 in den Jahren 2021-2023 vorübergehend senken, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Epidemie auf die Steuerzahler abzumildern . Dadurch reduziert sich der Unternehmenskapitalsteuersatz in Zug in diesen Jahren auf nur noch 11,79% (effektiver kombinierter Bund/Kantonale/Gemeindesatz).

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Die Haltung der Schweizer Regierung und der Schweizer Behörden zur Unterstützung der Wirtschaft ist unter anderem das Ergebnis der direkten Demokratie. Dass Schweizer Bürgerinnen und Bürger grundsätzlich direkt oder per Referendum über Gesetzesänderungen abstimmen können, hält die Regierung in Schach und stellt sicher, dass die Regierung wirklich für das Volk existiert und nicht umgekehrt.

Ebenso sorgt ein gesunder Steuerwettbewerb zwischen den Kantonen, die ihre Steuersätze frei festlegen können, für wettbewerbsfähige Steuersätze und eine gütliche Behandlung der Steuerzahler. In der Schweiz werden Steuerpflichtige im Allgemeinen als Geschäftspartner und nicht nur als Steuerpflichtige betrachtet.

Zugegeben, die Schweiz braucht wettbewerbsfähige Steuersätze, um die hohen Geschäftskosten zu kompensieren. Aber der Himmel ist nie billig.

Rene zeigen

Partner, Deloitte Schweiz

Manuel Angern

Partner, Deloitte Schweiz

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