Die Schweiz willigt ein, sich dem riesigen Radioteleskop-Projekt anzuschließen

Array Aperture Verification System 2.0 (AAVS2.0), ein Prototyp-Demonstrator am Obervatory Murchison für Radioastronomie in Westaustralien. Bildnachweis: Michel Goh/ICRAR-Curtin

Der Bundesrat hat grünes Licht für den Beitritt der Schweiz zum Square Kilometre Array Observatory (SKAO) gegeben – einem internationalen Projekt zum Bau des weltweit grössten Radioteleskops.

Dieser Inhalt wurde am 17.12.2021 – 11:20 Uhr veröffentlicht

swissinfo.ch/sb

die Regierung einverstandenExterner Link Am Freitag gab die Schweiz bekannt, dass die Schweiz der SKAO beitreten wird, nachdem das Parlament beschlossen hatte, die Finanzierung (24,7 Millionen Schweizer Franken (27,4 Millionen US-Dollar)) zu bewilligen, um ihre Mitgliedschaft bis 2030 zu verlängern.

Im vergangenen September genehmigte das Parlament ein anfängliches Budget von 9,8 Millionen Schweizer Franken für den Beitritt der Schweiz zur SKAO.

Das Square Kilometre Array Observatory (SKAO) ist eines der empfindlichsten Radioteleskope aller Zeiten. Das internationale Projekt umfasst 13 Länder und soll es Forschern ermöglichen, die Entstehung der ersten Sterne und Galaxien zu untersuchen.

Weitere Forschungsgebiete werden die Rolle des kosmischen Magnetismus, die Natur der Dunklen Materie, der Dunklen Energie und der Schwerkraft umfassen. Das Projekt soll 1,9 Milliarden Euro kosten.

Das Teleskop wird in den kommenden Jahren an zwei Standorten gebaut. In Südafrika werden 130 Antennen mit einem Durchmesser von 15 Metern errichtet, in Australien werden 130.000 TV-Antennen errichtet.

SKAO, das von Großbritannien, Australien und Südafrika betrieben und finanziert wird, soll Funkwellen erkennen, die von Himmelskörpern ausgesendet werden, die gleiche Art von Emissionen, die beispielsweise von Smartphones verwendet werden. Damit unterscheidet es sich von den meisten Teleskopen, die auf die Detektion von sichtbarem Licht angewiesen sind.

Das Teleskop wird beispiellose Datenmengen sammeln, die die Verarbeitung der schnellsten Supercomputer der Welt nahezu in Echtzeit erfordern, bevor sie in wissenschaftliche Projekte zur Verteilung an die Partnerländer umgewandelt werden.

Die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne (EPFL) koordiniert die Beiträge der Schweizer akademischen Gemeinschaft. An diesem Vorhaben beteiligen sich über 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Schweiz.

Es unterstützt Schweizer akademische Institutionen bei Forschung und Entwicklung in den Bereichen verteiltes Hochleistungsrechnen (HPC), maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz. Schweizer Unternehmen helfen bei der Datenverarbeitung, Systemsteuerung und -überwachung, Antennen und Funkempfängern sowie bei der genauen Zeitführung durch den Einsatz von Atomuhren maser.

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