Die Schweiz und das Vereinigte Königreich unterzeichnen ein grosses Abkommen über Wissenschaft und Innovation

Die Eidgenössische Technische Hochschule ETH Zürich wird regelmässig als eine der besten Universitäten Europas eingestuft. Keystone / Ennio Linza

Das vom Vereinigten Königreich und der Schweiz unterzeichnete Abkommen zielt darauf ab, die Verbindungen zwischen ihren jeweiligen Forschungs- und Innovationsgemeinschaften in einer Zeit zu vertiefen, in der beide Länder am Rande des wichtigsten Förderprogramms für wissenschaftliche Forschung der Europäischen Union, Horizon Europe, stehen.

Dieser Inhalt wurde am 10. November 2022 – 12:17 veröffentlicht

swissinfo.ch/jdp

Das MoU wurde am Donnerstag in London von Guy Parmelin, dem Chef des Schweizer Ministeriums für Wirtschaft, Bildung und Forschung, und dem britischen Staatssekretär für Wissenschaft, Forschung und Innovation, George Freeman, unterzeichnet.

Sowohl das Vereinigte Königreich als auch die Schweiz sind weltweit führend, wenn es um Forschung und Innovation geht. „Unsere gemeinsamen Prinzipien, Werte und wissenschaftlichen Exzellenz machen uns zu natürlichen Partnern“, sagte Parmelin während der Unterzeichnungszeremonie. Zusammen haben die beiden Länder zehn der 20 besten Forschungsuniversitäten in Europa, darunter die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen in der Schweiz, die ETH Zürich und die EPFL.

Die Vereinbarung konzentriert sich auf drei Hauptbereiche, insbesondere Deep Science, industrielle Kommerzialisierung und internationale Standards und Vorschriften. Dazu gehören Themen wie Quantenwissenschaft, Weltraum und Kernfusion. Das Vereinigte Königreich wird voraussichtlich ein wichtiger Partner in den Plänen der Schweiz sein, im nächsten Jahr eine Quantenforschungsinitiative zu starten.

Die bilaterale Zusammenarbeit kann unter anderem in Form von gemeinsamen Initiativen und Delegationsbesuchen erfolgen. Es gibt auch einen Plan für eine regelmäßige englisch-schweizerische Forschungskooperation zur Überwachung der Aktivitäten.

„Eine wissenschaftliche Supermacht zu sein bedeutet, unsere internationalen Beziehungen zu führenden Forschungs- und Entwicklungswirtschaften wie der Schweiz zu vertiefen und die multilaterale Zusammenarbeit fortzusetzen, um drängende globale Herausforderungen wie Klimawandel, Biosicherheit und Nachhaltigkeit im Weltraum anzugehen“, sagte Freeman.

Beide Länder sind aufgrund politischer Differenzen mit der Europäischen Union von der Teilnahme am 96 Milliarden Euro (94,5 Milliarden Franken) teuren Horizon Europe-Programm ausgeschlossen.

Die Europäische Union stufte die Schweiz in dem Programm, das Stipendien und Zugang zu prestigeträchtigen wissenschaftlichen Projekten gewährt, auf einen nicht angeschlossenen Status herab, und die Schweiz lehnte letztes Jahr ein umfassendes Rahmenabkommen ab, um langfristige Beziehungen zu regeln. Schweizer Hochschulen warnen vor „Schlimme KonsequenzenExterner Link„Falls das Land weiterhin aus der EU-Forschungsspitze ausgeschlossen bleibt.

Sowohl das Vereinigte Königreich als auch die Schweiz haben in früheren EU-Wissenschaftsprogrammen eine herausragende Rolle gespielt und erklärt, dass sie weiterhin als assoziierte und Nicht-EU-Partner an Horizon teilnehmen wollen.

„Es ist ein klares politisches Signal unserer Regierungen an die Wissenschaftsgemeinschaft und Förderorganisationen, dass wir in mehr Joint Ventures investieren wollen“, sagte Markus Leitner, der Schweizer Botschafter in London, der Financial Times. „Wir forcieren die internationale Zusammenarbeit, wo immer wir sie bekommen können.“

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