Die Schweiz besteht auf separaten bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union waren in den letzten Jahren angespannt. © Keystone/Gaetan Bally

Die Schweiz hat die Tür zu einer einheitlichen Charta für die Beziehungen zur Europäischen Union fest verschlossen, ist aber stattdessen bereit, eine Reihe bestehender Verträge neu zu verhandeln, die ein breites Spektrum gemeinsamer Interessen abdecken.

Dieser Inhalt wurde am 25. Februar 2022 – 13:32 Uhr veröffentlicht

swissinfo.ch/mga

Seit Jahren drängt die EU die Schweiz, mehr als 120 Einzelverträge in ein einheitliches Grundsatzpaket umzuwandeln, das vom Zugang zu den Arbeitsmärkten über die Energieversorgung bis hin zur Forschung alles abdecken würde.

Aber im Mai 2020 beschloss die Schweizer Regierung, sich aus den Verhandlungen über das sogenannte „Rahmenabkommen“ zurückzuziehen, mit dem Argument, dass die Stimmberechtigten eine solche Vereinbarung in einem Referendum ablehnen würden.

Knackpunkte waren vor allem Lohnschutz, Regelungen zu staatlichen Leistungen und der Zugang zu Schweizer Sozialversicherungsleistungen für EU-Bürger.

Als Reaktion darauf reduzierte die Europäische Union die Beteiligung der SchweizExterner Link im Europe Horizon Forschungsprogramm.

Am Freitag bekräftigten die Minister der Schweizer Regierung ein für alle Mal, dass der begehrte Rahmenvertragsansatz der EU „nicht mehr in Erwägung gezogen wird“.

Verträge laufen aus

Die Schweiz steht nun vor dem Problem, dass mehr als 120 bilaterale Verträge auslaufen und das Alpenland sie auch in neue Bereiche von gemeinsamem Interesse, wie den EU-Energiemarkt, einbeziehen will.

Schweizer Verhandlungsführer werden bereit sein, Grundsätze wie „dynamische Aktualisierung bilateraler Abkommen zwischen der Schweiz und der EU, Streitbeilegung, Ausnahmen und Schutzklauseln“ in „jedes einzelne Marktabkommen“ zu „einbetten“.

„Das Maßnahmenpaket kann auch neue Binnenmarktabkommen für Strom und Lebensmittelsicherheit sowie Partnerschaftsabkommen für Forschung, Gesundheit und Bildung umfassen“, Pressemitteilung lesenExterner Link.

Die neuste EU-Strategie der Regierung wird den Kantonen und Sozialpartnern zur Vernehmlassung vorgelegt.

Bundespräsident Ignacio Cassis sagte am Freitag, die nationale Unabhängigkeit sei „Teil unserer Geschichte und unserer Identität“.

Der Wert der Beziehung zur Europäischen Union

Den Ministern ging es aber auch darum zu zeigen, dass die Schweiz ihre Beziehung zur Europäischen Union wertschätzt. „Unser Ziel ist es, die bilateralen Beziehungen zur Europäischen Union zu stabilisieren“, sagte Justizministerin Karen Keeler-Sutter.

Wirtschaftsminister Guy Parmelin sagte, die Europäische Union sei der größte Handelspartner der Schweiz und täglich überquerten 380.000 Grenzgänger die Schweizer Grenze.

„Die Schweiz ist stärker in die Binnenwirtschaft der EU integriert als viele EU-Mitgliedstaaten“, sagte er.

Die Schweiz ist auch bereit, die Fortsetzung der Kohäsionszahlungen in Erwägung zu ziehenExterner Link an die Europäische Union bei künftigen Verhandlungen.

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