Das Schweizer Kino meistert die Energiekrise

Die Cinémathèque Suisse hat zudem Szenarien entwickelt, um mögliche Stromausfälle zu antizipieren und ihre Aktivitäten fortzusetzen. Keystone / Laurent Gillieron

Das Filmarchiv Cinémathèque suisse hat am Montag aus Energiespargründen seine Tore für die Öffentlichkeit geschlossen. Weitere Maßnahmen zur Reduzierung der Auswirkungen möglicher Stromausfälle werden ebenfalls in Betracht gezogen.


Dieser Inhalt wurde am 14. Januar 2023 – 16:49 veröffentlicht

Keystone-SDA/jdp

Ab dem 1. Januar zeigte die Cinémathèque Suisse montags keine öffentlichen Vorführungen, als Reaktion auf die Energiekrise und die von Bundes- und Kommunalbehörden geforderten Bemühungen, Strom zu sparen.

„Die einzige Maßnahme, die schnell ergriffen werden kann, ist, die Theater für einen Tag zu schließen, was die am wenigsten ernsthafte Maßnahme zum Vergnügen des Publikums ist“, sagte Frederic Meyer, Direktor der Cinémathèque Suisse, der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-ATS. Der Montag wurde gewählt, weil er weniger häufig ist als andere Tage. Die Aktion ist „auf Probe“ und wird mindestens bis zum Sommer andauern.

Die Abschaltung zielt nicht nur darauf ab, den Energieverbrauch tagsüber zu reduzieren, sondern auch Stromausfälle in der Nacht zu vermeiden, wenn Filme vor der Vorführung heruntergeladen werden.

Kürzungen planen

Die Cinémathèque Suisse hat zudem Szenarien entwickelt, um mögliche Stromausfälle zu antizipieren und ihre Aktivitäten fortzusetzen. Vorrang hatten „physische“ Filmsammlungen, die bei einer bestimmten Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert werden müssen, sowie digitale Archive, die auf verschiedenen Servern gespeichert sind.

Das Filmarchiv hat eine Fläche von 6.000 Quadratmetern mit unterschiedlich stark gekühlter Oberfläche. Während sich ein Großteil des Archivs unterirdisch befindet, fallen Kosten für die Kühlung an.

Zudem beauftragte sie die Cinémathèque suisse mit der Bewertung der CO2-Bilanz ihrer Standorte in Lausanne, Pentazz und Zürich, um Wege zu finden, Strom zu sparen und mehr erneuerbare Ressourcen zu nutzen.

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„Die Herausforderungen sind so groß wie der Einsatz: sicherzustellen, dass unser filmisches Erbe und die Zukunft unseres Planeten für zukünftige Generationen erhalten bleiben“, schrieb Cinematheque Pressemitteilungexterner Link am 27.12.

Die 1948 gegründete Cinémathèque suisse wurde von der International Federation of Film Archives aufgrund des Umfangs, der Vielfalt und der Qualität ihrer Sammlungen als eines der zehn wichtigsten Filmarchive der Welt anerkannt. Neben den 85’000 archivierten Spiel- und Dokumentarfilmen umfasst der Bestand der Cinémathèque suisse Tausende von Stunden Filmmaterial, das Schweizer Ciné-Journal-Archiv sowie Millionen von Plakaten, Fotografien, Drehbüchern, Dokumentationen, Büchern, Zeitschriften, Filmsammlungen und mehr Objekte.

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