Windows 11: Taskleiste lässt sich wieder an allen Bildschirmseiten positionieren
Microsoft hat eine Vorschau auf die Windows-Updates für den kommenden Patchday veröffentlicht. Neben neuen Optionen für die Taskleiste führt der Konzern die Sicherheitsfunktion „Administrator Protection“ in die regulären Versionen von Windows 11 ein.
Update-Vorschau für Windows 11 24H2 und 25H2
Das Vorschau-Update KB5120998 hebt Windows 11 24H2 auf die Build-Nummer 26100.9278 an. Windows 11 25H2 erreicht damit Build 26200.9278.
Die unmittelbar für alle Nutzerinnen und Nutzer verfügbaren Änderungen fallen vergleichsweise gering aus. Umfangreicher sind die Neuerungen, die Microsoft schrittweise für größere Nutzergruppen freischaltet.
Taskleiste kann an allen Bildschirmrändern angeheftet werden
Die eingeschränkte Anpassbarkeit der Taskleiste gehört seit der Veröffentlichung von Windows 11 zu den häufigsten Kritikpunkten. Im September 2026 führt Microsoft nun wieder die Möglichkeit ein, die Taskleiste an allen Seiten eines Monitors zu positionieren.
Die entsprechende Option befindet sich unter:
„Einstellungen“ – „Personalisierung“ – „Taskleiste“ – „Verhalten der Taskleiste“
Dort erscheint der neue Menüpunkt „Position der Taskleiste“. Nutzer können auswählen, an welchem Bildschirmrand die Leiste angezeigt werden soll.
Neue Größenoption für die Taskleiste
Zusätzlich lässt sich die Taskleiste künftig verkleinern. Unter „Größe der Taskleiste“ steht dafür die Einstellung „Klein“ zur Verfügung.
Microsoft klappt den Bereich „Verhalten der Taskleiste“ nun standardmäßig aus. Dadurch sollen die neuen Einstellungsmöglichkeiten leichter auffindbar sein.
Administrator Protection verbessert die Rechtetrennung
Eine weitere zentrale Neuerung ist die „Administrator Protection“. Microsoft arbeitet bereits seit Ende 2024 an dieser Funktion. Sie soll langfristig die klassische Benutzerkontensteuerung ergänzen oder ersetzen.
Die Benutzerkontensteuerung, auch als UAC bekannt, ermöglicht es, Anwendungen grundsätzlich ohne Administratorrechte auszuführen. Werden erhöhte Berechtigungen benötigt, erscheint ein Dialog, den Nutzer bestätigen müssen. Technisch ergänzt Windows dabei das aktuell verwendete Konto um ein entsprechendes Sicherheitstoken.
Die Administrator Protection verfolgt einen anderen Ansatz. Nach der Bestätigung werden die erhöhten Rechte nicht direkt dem laufenden Benutzerkonto hinzugefügt. Stattdessen startet Windows die betreffende Anwendung in einem separaten, abgeleiteten Konto mit Administratorrechten.
Diese stärkere Trennung der Berechtigungen soll potenzielle Folgen von Angriffen begrenzen. Im Gegensatz zur herkömmlichen Benutzerkontensteuerung stuft Microsoft die Administrator Protection ausdrücklich als Sicherheitsfunktion ein.
Weitere Neuerungen für Sicherheit und Verschlüsselung
Microsoft Execution Containers begrenzen KI-Agenten
Obwohl Vorschau-Updates normalerweise vor allem nicht sicherheitsrelevante Änderungen vor dem regulären Patchday testen, enthält KB5120998 auch die Microsoft Execution Containers, kurz MXC.
Diese Container sollen agentische KI-Systeme in einer isolierten Umgebung ausführen und ihren Zugriff auf das Betriebssystem begrenzen. Solche Sandbox-Lösungen bieten allerdings keinen absoluten Schutz, da in der Vergangenheit immer wieder Schwachstellen und Ausbruchsmöglichkeiten entdeckt wurden.
Post-Quanten-Kryptografie für TLS
Microsoft erweitert außerdem die kryptografischen Funktionen von Windows 11. Der Post-Quanten-Algorithmus ML-KEM kann künftig als eigenständige Option für den TLS-Schlüsselaustausch verwendet werden.
Bislang stand ML-KEM bereits innerhalb hybrider Gruppen zur Verfügung, die klassische und quantenresistente Verfahren kombinieren. Die neue Standalone-Option erweitert die Einsatzmöglichkeiten für Organisationen, die ihre verschlüsselte Kommunikation auf mögliche Bedrohungen durch künftige Quantencomputer vorbereiten möchten.
Mit der Update-Vorschau reagiert Microsoft auf langjährige Wünsche nach einer flexibleren Windows-11-Taskleiste und stärkt zugleich die Trennung administrativer Rechte. Die schrittweise Verteilung bedeutet jedoch, dass die neuen Funktionen nicht sofort auf allen Geräten erscheinen werden.

Hermann Hesse schreibt für die Neue Schweizer Zeitung über Politik, Wirtschaft, Technologie, Sport, Unterhaltung und Lifestyle. Er legt Wert auf klare Berichterstattung, aktuelle Themen und relevante Geschichten, die Leserinnen und Leser zuverlässig und verständlich informieren.
