Roberto Mancini kehrt als italienischer Nationaltrainer zurück
Nach Wochen voller Spekulationen und einer ungewöhnlich turbulenten Trainersuche hat der italienische Fußballverband eine Entscheidung getroffen: Roberto Mancini übernimmt erneut die italienische Nationalmannschaft. Der Europameistertrainer von 2021 soll die Squadra Azzurra zurück auf Erfolgskurs führen und die lange Krise des viermaligen Weltmeisters beenden.
Italien setzt nach turbulenter Trainersuche erneut auf Mancini
Die Suche nach einem neuen Nationaltrainer entwickelte sich in den vergangenen Wochen zu einem der meistdiskutierten Themen im italienischen Fußball. Mehrere prominente Namen wurden gehandelt, doch letztlich fiel die Wahl auf einen alten Bekannten.
Roberto Mancini kehrt nach Stationen in Saudi-Arabien und Katar auf die Trainerbank der italienischen Nationalmannschaft zurück. Der 61-Jährige hatte Italien bereits 2021 zum Gewinn der Europameisterschaft geführt und erhält nun die Aufgabe, das Nationalteam nach mehreren Rückschlägen wieder konkurrenzfähig zu machen.
Die Rückkehr wurde in Rom vom Präsidenten des italienischen Olympischen Komitees, Giovanni Malagò, bekannt gegeben.
Schwierige Ausgangslage nach verpasster WM-Qualifikation
Der Posten des Commissario Tecnico, wie das Amt des italienischen Nationaltrainers offiziell bezeichnet wird, war seit Anfang April vakant. Gennaro Gattuso hatte sein Amt niedergelegt, nachdem Italien in der Qualifikation zur Fußball-Weltmeisterschaft gegen Bosnien und Herzegowina ausgeschieden war.
Für den traditionsreichen Fußballstandort Italien, der in den vergangenen Jahren mehrfach große Turniere verpasste, gilt die Rückkehr auf die internationale Bühne als sportliche Priorität. Entsprechend groß war der Druck auf den Verband, eine überzeugende Lösung zu präsentieren.
Mehrere prominente Kandidaten sagten ab
Während der Trainersuche wurden zahlreiche renommierte Namen mit dem Amt in Verbindung gebracht. Zunächst galt Pep Guardiola als Wunschkandidat, sagte jedoch ab. Anschließend wurden Carlo Ancelotti und Andrea Pirlo als mögliche Nachfolger gehandelt.
Pirlo, Weltmeister von 2006 und einer der bekanntesten italienischen Mittelfeldspieler seiner Generation, verlor nach Medienberichten aufgrund seiner engen Verbindungen nach Russland an Rückhalt.
An der Seite von Mancini soll der frühere Trainer der AS Rom, Claudio Ranieri, künftig als Technischer Direktor tätig werden. Der 74-Jährige bringt jahrzehntelange Erfahrung aus dem internationalen Vereinsfußball mit.
Mancinis Rückkehr trotz umstrittenem Abschied
Roberto Mancini war bereits von 2018 bis 2023 italienischer Nationaltrainer. Trotz des EM-Triumphs ist sein Ruf in der Heimat bis heute nicht unumstritten.
Grund dafür ist sein überraschender Abschied im Jahr 2023. Obwohl sein Vertrag mit dem italienischen Fußballverband noch lief, wechselte er kurzfristig nach Saudi-Arabien. Medienberichten zufolge unterschrieb er dort einen Vierjahresvertrag im Wert von rund 25 Millionen Euro pro Saison.
Seine Zeit als Nationaltrainer Saudi-Arabiens dauerte jedoch nur etwas mehr als ein Jahr. Anschließend setzte er seine Trainerlaufbahn beim katarischen Verein Al-Sadd fort.
Große Erwartungen an den Neustart
Mit der erneuten Verpflichtung von Roberto Mancini verbindet der italienische Fußballverband die Hoffnung auf mehr Stabilität und sportlichen Erfolg. Nach mehreren enttäuschenden Qualifikationskampagnen soll der Europameistertrainer die Nationalmannschaft wieder zu alter Stärke führen und den Anschluss an die internationale Spitze herstellen. Seine zweite Amtszeit beginnt damit unter hohen Erwartungen – sowohl innerhalb Italiens als auch auf der internationalen Fußballbühne.

Hermann Hesse schreibt für die Neue Schweizer Zeitung über Politik, Wirtschaft, Technologie, Sport, Unterhaltung und Lifestyle. Er legt Wert auf klare Berichterstattung, aktuelle Themen und relevante Geschichten, die Leserinnen und Leser zuverlässig und verständlich informieren.
