Hunde altern wie Menschen

Von NSZ Redaktion


Donnerstag, 14. Dezember 2017 17:05

Auch bei den Tieren tauchen inzwischen vermehrt Alterserscheinungen und alterstypische Erkrankungen auf. Foto: pixabay


Fortschritte in medizinischer Versorgung und verbesserte Ernährung führen nicht nur dazu, dass Menschen deutlich länger leben, sondern auch ihre Hunde.

Die Folge: Auch bei den Tieren tauchen inzwischen vermehrt Alterserscheinungen und alterstypische Erkrankungen auf.

Dazu gehören beispielsweise aktivere entzündliche Prozesse und verstärkter oxidativer Stress. Das bedeutet ein deutlicheres Auflaufen sauerstoffhaltiger Abfallprodukte unserer Energielieferanten der Mitochondrien. Diese Veränderungen können mittelfristig zu chronischen Entzündungen führen.

Alternde Labradore im Test
Um zu ermitteln, ob vergleichbare Prozesse auch bei Hunden ablaufen, untersuchten die Altershundeforscher um Dr. Alexander vom WALTHAM-Zentrum für Tiernahrung in Grossbritannien Anzeichen für Entzündungen und oxidativen Stress im Blut der Tiere. Dazu wurden 80 Labrador Retriever vom Erwachsenenalter bis zum Lebensende begleitet und regelmässig getestet.

Dabei fanden sie tatsächlich heraus, dass bei älteren Labradoren vermehrt Entzündungen im Blut der Tiere vorlagen. Auch ein Anzeichen für zunehmenden oxidativen Stress fanden die Wissenschaftler in der Menge des Hitzeschockproteins.

Dieses Eiweiss gehört zur schnellen Eingreiftruppe, wenn übermässig aggressive Abfallstoffe auflaufen. Seinen Namen hat das Hitzeschockprotein daher, dass oxidativer Stress beispielsweise dann verstärkt stattfindet, wenn Zellen zu heiss werden.

Die Menge dieses Aufräumers sank mit dem Alter der Hunde. Allerdings konnten sie trotzdem, bei akutem Hitzestress, das Eiweiss rasch wieder in den benötigten Mengen herstellen. Erst im letzten Lebensjahr schien auch hier die Leistung des Körpers seine Grenzen zu erreichen. Das Hitzeschockprotein wurde dann kaum mehr produziert.

Auch Hunde würden profitieren
Die Studie bestätigt: Hunde altern vergleichbar zu Menschen, entzündliche Prozesse werden aktiver, Reparaturwerkzeuge und Abfallaufräumer werden nach und nach immer geringer. Durch die Behandlung von Partnerhunden können neue Ansätze erforscht werden, die auch auf den Menschen übertragbar wären.

Die Lösung wäre eine kombinierte Methode zum Verlangsamen der entzündlichen Prozesse und zur Stärkung der Reparaturmechanismen des Körpers. Aber auch die Hunde würden von neuen Behandlungsmethoden profitieren.

So hat kürzlich eine placebo-kontrollierte Studie gezeigt, dass eine ausgewogene Ernährung mit Zusatz von Antioxidantien den oxidativen Stress bei Hunden abmildern kann. Und vielleicht kann das auch uns Menschen das Altern erleichtern.