Die richtige Ernährung des Hundes

Von NSZ Redaktion


Dienstag, 12. Dezember 2017 09:31

Sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können Probleme bereiten. Foto: pixabay


Nicht nur über die Erziehung, auch über die Ernährung von Hunden herrscht unter Experten und Haltern ein Glaubenskrieg.

Es gebe nichts Besseres als fertiges Trockenfutter für den Hund, meinen manche. Andere glauben, gekochtes Essen sei besser – und die dritten sagen, nichts gehe über Rohkost. «Ob der Hund bekocht wird, nur rohes Fleisch und Gemüse zu sich nimmt, oder Trockenfutter vorgesetzt bekommt, ist im Grunde egal», meint Jürgen Zentek, Direktor des Instituts für Tierernährung in Berlin.

Wichtig ist: Die jeweilige Methode muss den Energie- und Nährstoffbedarf abdecken und genügende Mengen an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen bieten. Ist ein Fertigfutter als Alleinfutter ausgezeichnet, garantiert der Hersteller damit, dass alles Wichtige für den Hund darin enthalten ist. Fertigfutter für den Hund ist also nicht schlechter als ein selbst gekochtes Hundemenü.

Viele Halter meinen es besonders gut, wenn sie ihren Hund bekochen oder ihn nur mit Rohkost ernähren. Lisa Bachmann, Tierernährungsexpertin an der Universität Leipzig, sieht allerdings eine Schwierigkeit darin: Dann müsse der Besitzer eine Rationsberechnung vom Experten durchführen lassen um sicher zu gehen, dass er seinem Hund Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren und Vitamine in ausgewogener Menge vorsetzt. Sowohl ein Mangel als auch eine Überversorgung können Probleme bereiten. Was die Angaben zum Bedarf an diesen Nährstoffen angehe, seien Züchtungsempfehlungen im Internet häufig falsch.

Nicht alles, was Herrchen oder Frauchen schmeckt, verträgt auch der Hund. Es ist gut gemeint, dem Hund Essensreste anzubieten, aber nicht unbedingt das Beste für das Tier. «Schokolade, Weintrauben oder Zwiebeln sind in größeren Mengen toxisch für Hunde», sagt Tierernährungsexperte Zentek. Giftig sind auch Rosinen, rohe Bohnen, Avocados, Knoblauch oder rohe Kartoffeln in Massen.

Vorsicht ist geboten, wenn Obstkerne unbedacht herumliegen, die enthaltene Blausäure ist gefährlich für Hunde. In der Weihnachtsbäckerei darf der Vierbeiner ebenfalls nicht naschen: Milch, Butter oder rohes Eiweiß bekommen ihm nicht. Bei Knochen, die brüchig oder gekocht sind, gilt Vorsicht: Der Hund könnte sich daran verletzen.

Wie viel braucht mein Hund?
Ein erwachsener Hund ohne besondere Belastungen benötigt täglich pro Kilogramm seiner Körpermasse etwa 57 kcal Futter. Bei kleinen Hunderassen liegen die Werte etwas höher. Welpen brauchen rund 100 bis 170 kcal, Zuchthündinnen in der zweiten Hälfte der Säugeleistung sogar 100 bis 300 kcal. Ein älterer Hund braucht oft weniger, ein sehr alter Hund dann wieder etwas mehr Energie im Futter.