Die Risikofaktoren auf der Skipiste

Von NSZ Redaktion


Dienstag, 02. Januar 2018 13:39

Ein grösseres Unfallrisiko ortet der Schneesport-Check bei den jüngeren Skifahrer und Snowboarder. Foto: Marc Weiler, SUVA


34 000 Personen haben den Schneesport-Check der Suva ausgefüllt. Die Auswertung zeigt, dass Herr und Frau Schweizer sich auf den Pisten an die Regeln halten.

Mangelhaft hingegen ist ihre körperliche Fitness. Ein grösseres Unfallrisiko ortet der Check bei den jüngeren Skifahrer und Snowboarder.

Sie halten sich an die Regeln, schätzen ihre Technik als hoch ein und nehmen Rücksicht auf andere: Schweizer Schneesportlerinnen und Schneesportler sind auf der Piste vorbildlich unterwegs. Das zeigt die Auswertung des Schneesport-Checks der Suva – einem Online-Tool, mit dem Skifahrer und Snowboarder ihr Unfallrisiko einschätzen und minimieren können. Seit der Lancierung vor rund einem Jahr haben 34 000 Personen den Check ausgefüllt.

Die Auswertung bringt auch ans Licht, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht. So sind viele Schneesportler körperlich nicht fit genug. Bei rund 18 Prozent der Teilnehmer ermittelte der Test ein erhöhtes Unfallrisiko. «Oft unterschätzen wir, wie körperlich anspruchsvoll Skifahren und Snowboarden sind. Vor allem die Rumpf- und Beinmuskulatur werden besonders stark gefordert», sagt Samuli Aegerter, Kampagnenleiter Schneesport bei der Suva.

Eine mangelhafte körperliche Kondition gehört zu den grössten Risikofaktoren auf der Piste. «Wir empfehlen allen Schneesportlern sich vor und während der Wintersaison in Bewegung zu halten – im Sportverein, im Fitnesscenter oder mit dem neuen Fitnessprogramm der Suva», so Aegerter. Denn eine gute körperliche Verfassung erhöhe den Fahrgenuss, verbessere das technische Können und reduziere das Risiko von Stürzen und Verletzungen.

Wie schnell ein Sturz passieren kann, zeigen aktuelle Zahlen der Suva. Jeden Winter verletzen sich mehr als 33 000 Arbeitnehmende beim Schneesport. 9 von 10 Schneesportunfällen geschehen ohne Beteiligung einer anderen Person. Für die Betroffenen bedeutet das Schmerzen und Unbeweglichkeit, für die Versicherer jährliche Kosten von rund 274 Millionen Franken.

Gruppendruck und Nervenkitzel
Ein grösseres Unfallrisiko ist bei den jüngeren Teilnehmern des Schneesport-Checks auszumachen – vor allem ersichtlich in den Risikodimensionen Gruppendynamik und Nervenkitzel. «Nein sagen muss man erst lernen. Für viele Jugendliche ist die Anerkennung in der Gruppe wichtiger als das ungute Gefühl, das sich bei einer schnellen Abfahrt oder einem hohen Sprung einstellt», so Aegerter.

Die Unfallzahlen bestätigen die Auswertungen des Schneesportchecks: Jüngere Schneesportler haben ein höheres Risiko, zu verunfallen. Wenig ins Gewicht fällt hingegen das Geschlecht. Insgesamt zeigt die Auswertung, dass Männer ein etwas höheres Risiko haben als Frauen, mit zwei bis drei Prozent sind die Unterschiede jedoch gering.