E-Bike Boom geht weiter

Von Roland Winkler


Montag, 02. September 2019 06:52

Bosch Bordcomputer mit 3D-Navigation. Foto: HO


Die Erfolgswelle bei den E-Bikes reisst nicht ab. Mit mehr als 110 000 verkauften Einheiten ist das Wachstum von satten 27 Prozent immer noch imposant und wird auch in den nächsten Jahren anhalten.

Warmes Wetter, verändertes Mobilitätsverhalten, günstigere Preise bei den unteren und mittleren Kategorien, bessere Technik bei Batterie und Antrieb, noch mehr Leistung und attraktives Design werden den Siegeszug der E-Bikes und insbesondere bei e-Mountain Bikes fortführen.

Auf dem Schweizer Markt hat sich das E-Bike mittlerweile fest etabliert, obwohl der Gesamtmarkt stagniert oder sogar leicht rückläufig ist. Seit den ersten registrierten Verkaufszahlen von knapp 3200 E-Bikes im Jahre 2016 hat sich der jährliche Absatz im vergangenen Jahr auf mehr als 110 000 Einheiten (plus 27% gegenüber dem Vorjahr) katapultiert. Dies ist ein unglaublicher Erfolg, von dem noch vor kurzem niemand zu träumen wagte. Und auch 2019 sollte ein nochmaliges Wachstum zeigen.

Was sind denn die treibenden Faktoren für diesen Boom?
Wenn das Wetter in der Hauptverkaufssaision im Frühling sehr sonnig und warm ist, dürfen sich die Velohändler besonders freuen, denn dies lockt die Schweizerinnen und Schweizer nach draussen und auf die Velos. Viele kaufen dann auch ein neues 2-rädriges Vehikel und immer mehr gerade ein E-Bike. Und wenn der Nachbar das neue attraktive Bike sieht, greift er bald auch zu einem neuen Stahlross …

Düsenspeed, kleine Schweizer Manufaktur. Bild: HO

Zusätzlich findet ein Trend Richtung nachhaltige Mobilität statt, und hier hat das Velo grosse Vorteile bei vergleichbar günstigen Preisen, gepaart mit attraktivem Design. Die Kunden kaufen mit dem Auge und finden auch bei E-Bikes immer raffinierter gestaltete Rahmen, wo die Batterien fast nicht mehr von aussen sichtbar sind.

Die Akkus selber werden entweder leichter bei gleicher Leistung oder bieten eine grössere Reichweite bei gleichem Gewicht. Und die Preise sind eher am Sinken, was sich auch positiv auf den Kaufpreis auswirkt. Zudem halten sie auch länger (mehr Ladezyklen) und verlieren über die Jahre nur mehr langsam bei der Ladekapazität.

Gerade bei den am stärksten boomenden E-Mountain Bikes, welche letztes Jahr mit knapp 50% zusätzlichen Verkäufen enorm zugelegt haben, steigen immer mehr Hersteller ein und bieten überzeugende 2-rädrige Berggänger mit extra ausgelegten Motoren an. Mittlerweile ist bei den Verkäufen mehr als jedes dritte E-Bike oder jedes achte Bike ein motorisiertes Mountain Bike.

Selbst bei den Kinder- und Rennvelos gibt es erste Hersteller, welche ihr Angebot um elektrische Varianten erweitern. Der Elektromotor bei einem Rennvelo ist derart klein und clever integriert, dass nur das geübte Auge den Unterschied zu einem klassischen Renner erkennen kann.

Wie geht es weiter?
Die Komponentenhersteller von Antriebsmotoren (z.B. Bosch, Brose, Panasonic, Continental) ruhen nicht aus und verbessern die Motoren hin zu noch mehr Leistung beim Wegfahren oder unterwegs, kompakterer Antriebsform und differenziert abrufbaren Leistungsstufen. Im weiteren vernetzen die Fahrradproduzenten die wichtigsten Komponenten mit dem gesamten Zweirad zum Connected Bike. Da finden sich dann weitere Features für besseren Diebstahlschutz, Navigation, ansteuerbares Schloss (eine Art von Zentralverriegelung), Fernwartung (Remote Maintenance) sowie zahlreiche Anzeigen auf dem Bordcomputer- oder Smartphone-Display (App).

Sogar das ABS wird beim E-Bike kommen: Bosch hat dies bereits für den Herbst des letzten Jahres angekündigt und sagt voraus, dass das ABS bald zur Standardausrüstung gehören und die Sicherheit bei den E-Bikes für die Fahrer stark verbessern wird.

Optisch fächert sich das E-Bike-Angebot ebenfalls noch weiter auf. Mittlerweile gibt es bereits einige Hersteller, die nostalgisches Design mit modernster Technologie kombinieren (Vintage Bike) oder spezielle Rohstoffe (Carbon, Bambus) einsetzen und dies auch am Rahmen aufzeigen. Und wer möglichst viel Speed haben will, greift neuerdings zu einem sogenannten R-Pedelec, welches schneller als 45 km/h fahren kann.

Wer sich über die neuen Modelle des Baujahres 2020 informieren will, kann dies in den nächsten Tagen an der Eurobike in Friedrichshafen machen. Die Ausstellung findet auf dem grossen Messegelände vom 4. bis 7. September 2019 statt.

Nächstes Jahr finden weitere Ausstellungen für Bikes und / oder E-Bikes statt:
Urban Bike Festival in Zürich vom 27. bis 29. März 2020
Bike Days in Solothurn vom 15. bis 17. Mai 2020
E Bike Days in München vom 22. bis 24. Mai 2020

www.mondraker.com